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Rede des stellvertretenden Vorsitzenden des Jugendwerks Michael Jensen anlässlich der Scheckübergabe des Lion´s Club Lauenburg am 22.01.2002 auf dem Gut Basthorst
Liebes
Gastgeberehepaar Baron und Freifrau von Ruffin,
Liebe
Mitglieder des Lion`s Club Lauenburg,
lieber
Peter Sebastian, verehrte Gäste,
oder
einfach kurzum
Liebe
Freunde des Jugendwerkes !!!
Ich möchte Ihnen eine
Pressemitteilung der Polizei Hamburg vom 10.12.2001 verlesen:
„Unfallzeit: 10.12.2001, 07.45 Uhr
Unfallort:
Hamburg-Lokstedt, Grandweg/Troplowitzstraße
Bei einem Verkehrsunfall verletzte sich heute
Morgen ein 12-jähriges Schulkind.
Nach ersten Ermittlungen des
Verkehrsunfalldienstes befand sich das Mädchen auf dem Weg zur Schule. In Höhe
der Hausnummer Grandweg 174 überquerte das Kind unachtsam die Fahrbahn und lief
einem 50-jährigen Hamburger vor das Auto. Das Mädchen war zwischen auf der
Gegenspur haltenden Fahrzeugen gelaufen, ohne dabei auf den Fahrverkehr zu
achten. Der 50-jährige Mercedesfahrer hatte das Schulkind nicht sehen können.
Mit Brüchen kam das Mädchen in ein nahe gelegenes Krankenhaus.“
So trocken und abgefasst
dieser "Sachverhalt" auch klingen mag, desto mehr verbirgt sich hinter
diesen Zeilen das Schicksal eines Unfallkindes, wie es sich in Hamburg jährlich
etwa 1000 ereignet, mit mehr oder weniger schlimmen Verletzungen.
Ich habe Jasmin, das
Unfallkind aus Lokstedt, im Krankenhaus besucht:
Ihr rechtes Schienbein
war 5x gebrochen, das Nasenbein zertrümmert und die Nasenflügel eingerissen.
Die vorderen Zähne waren herausgebrochen. Das Gesicht so stark geschwollen, dass
ihre beste Freundin sie nicht wiedererkennen würde.
Aber Jasmin war nicht
nur körperlich getroffen, meine Damen und Herren, sondern auch im Innersten: am
Urvertrauen eines jeden Kindes. So berichtete sie mir davon, dass sie jetzt
Angst hätte, wieder auf die Straße zu gehen, ja das sie bereits ein Motorengeräusch
in Schrecken versetzen würde.
Etwas war da also von Außen
in diesen kindlichen Schutzkreis eingedrungen und hatte Körper und Seele
verletzt.
Seit Anfang des Jahres
2002 unterstützt das Jugendwerk bei Verkehrsunfällen verletzte Kinder durch
ein neues Angebot: Die Jugendwerk "Direkthilfe".
Wenn ein Kind bei einem
Verkehrsunfall so schwer verletzt wurde, dass es zur Heilung stationär in einem
Hamburger Krankenhaus behandelt werden muss, setzt die direkte Hilfe des Jugendwerk
ein.
In Kooperation mit
Hamburger Schwerpunktkrankenhäuser wird unmittelbar nach einem solchen schweren
Verkehrsunfall gemeinsam darüber entschieden, wie dem Kind konkret und direkt
geholfen werden kann.
Dies kann beispielsweise
Doch diese Dinge kosten
Geld, verehrte Gäste.
Jasmin musste
Weihnachten leider im Krankenhaus verbringen, da ihr gebrochenes Bein in einer
Frakturschiene liegen musste. Anfang des Jahres wurde sie entlassen und trägt
seitdem einen Gips. Sobald sie körperlich wieder genesen ist, wird sie an den
Übungsstunden des Jugendwerk teilnehmen. Und darüber freue sie sich schon
jetzt, versicherte sie mir.
Die Polizeibeamtinnen
und –beamten des Jugendwerk bringen in ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit die
notwendige Zeit mit, um die Kinder in den Übungsstunden gegen die Gefahren des
Straßenverkehrs wieder fit und sicher zu machen.
Auf die finanzielle
Unterstützung allerdings sind wir von außen angewiesen:
Durch Spenden von
Sponsoren: Angewiesen z.B. auf die unermüdliche Tätigkeit Peter Sebastian`s,
unserer Gastgeber Familie von Ruffin und den Mitgliedern des Lion`s Club
Lauenburg.
Sie
alle
haben uns wieder einmal mit einer großzügigen Spende aus dem Erlös ihres
Weihnachtsbasars bedacht.
Im
Namen des Vorstandes und deren Mitarbeiter des Jugendwerks, aber vor allen
Dingen im Namen der vielen Unfallkinder - wie z.B. Jasmin - bedanke ich mich
recht herzlich für diesen Scheck und wünsche Ihnen noch allen einen schönen
Abend bei vielen guten Gesprächen.
Dankeschön!
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